Zukunft braucht Herkunft

Neuer Blick auf die Geschichte des Handwerks: Die Wissenschaft wagt einen neuen Blick in die Vergangenheit des Handwerks. “Junge Leute bekommen die Zukunftsfähigkeit des Handwerks über unsere Imagekampagne vermittelt. Wichtig ist uns aber auch die Darstellung der Geschichte, etwa im Schulunterricht. Neue Forschungsergebnisse sollen dafür die Grundlagen bilden. Schließlich hat sich das Handwerk über die Jahrhunderte hinweg als kontinuierlicher Innovationstreiber erwiesen”, erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Der Workshop “Geschichte des Handwerks – Handwerk im Geschichtsbild” markiert den Startschuss für die weitere Erschließung des Forschungsfelds der Handwerksgeschichte. Er passt damit zum Jahresmotto des Handwerks: “Zukunft kommt von Können”.

Ziel der Initiative ist es, Handwerksgeschichte in ihren zahlreichen Facetten für die zeitgenössische historische Forschung zugänglich zu machen und die bislang disparate Quellen- und Archivierungslage zu verbessern. Dazu wird ein Dialog mit den relevanten Akteuren der Handwerksorganisationen, aus öffentlichen Archiven und regionalen Wirtschaftsarchiven sowie aus der Geschichtswissenschaft angestoßen. Gemeinsam sollen Komponenten und Möglichkeiten für eine intensivere wissenschaftliche Forschung in verschiedenen Disziplinen erarbeitet werden. Weiteres Ziel ist die Verbesserung heutiger Archivierung für die zukünftige Forschung.

Die neuen Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, das Bild der Handwerksgeschichte zu vervollständigen. Innovation hat im Handwerk Tradition – heute ist es in zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen tätig, etwa in den Bereichen Energie, Elektromobilität und alternde Gesellschaft. “Zukunft braucht aber auch Herkunft. Die Tradition der handwerklichen Ausbildung zum Gesellen und Meister ist bis heute Garant für die Weitergabe des aktuell am Markt geforderten Wissens und Könnens. Wir wollen den Beweis erbringen, dass deren Dimensionen vielfältiger sind, als gemeinhin bekannt”, so ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.

Neue Erkenntnisse können einen besseren Aufschluss über die Wurzeln des Handwerks oder über die Entwicklung von Technologien über die Jahrhunderte hinweg bieten. Dafür gilt es zunächst, vorhandene Quellen zu systematisieren, neue zu erschließen und sie insgesamt neu auszuwerten. In einem weiteren Schritt können dann neue Angebote für die Wissensvermittlung über das deutsche Handwerk in den Schulen erstellt werden. Vorurteilen bei Jugendlichen gegenüber dem Handwerk kann so frühzeitig entgegengewirkt werden, auch im Sinne der Fachkräftesicherung: Für junge Menschen bietet das Handwerk mit seinen über 130 Berufen vielfältige Karrieremöglichkeiten und sichere Berufsperspektiven.

Quelle: ZDH